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Nachtrag und Ergänzungen zur Printausgabe

Auf dieser Seite werden Fehler und Ergänzungen, die dem Autor oder dem Verlag nach Drucklegung bekannt geworden sind, veröffentlicht.

Sollten auch Sie einen Fehler im Paintball-Buch entdeckt haben, oder möchten Sie uns Ideen und Ergänzungen mitteilen, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an folgende Adresse:
redaktion@paintball-buch.de

Bisher bekannte Druckfehler im Buch:
- S. 105: Der Begriff "Bounce" ist nicht als als eigenständige Überschrift formatiert.
- S. 13: Am Ende des Satzes bei Punkt f) Tunen der Markierer hat sich ein falscher Verweis auf das Waffengesetz eingeschlichen, korrekt lautet der Verweis 1.2.4.1 und 1.2.4.2.

Ergänzungen:
Ergänzend zu den im Buch zitierten Urteilen ist auch die Argumentationsstruktur des VG Minden zur maßgeblichen Spielausgestaltung lesenswert, welche hier auch für Nichtjuristen als Auszug mit den beiden wichtigsten Passagen nachlesbar ist. Die vollständige Urteilsbegründung kann bei der Datenbank im NRW-Justizportal unter dem Aktenzeichen 1 K 2883/06 eingesehen werden. Aufhänger war die Frage, ob eine konkrete Paintballanlage grundsätzlich baurechtlich zulässig sei. Interessant sind insbesondere die Anmerkungen des Gerichts zu der Frage, ob beim Paintballspiel Kampf- und Kriegshandlungen stattfinden, und insofern der unverzichtbare Kernbereich der Menschenwürde verletzt wird.

Der Vollständigkeit halber sei ferner noch auf eine wissenschaftliche Arbeit (Dissertation) verweisen, welche von der Dipl.-Päd. Linda Steinmetz im Jahr 2001 veröffentlich wurde. Die Arbeit beruht auf umfangreichen Untersuchungen im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte, welche unter der Leitung Prof. Dr. Roland Eckert, Lehrstuhl Allgemeine Soziologie, an der Universität Trier durchgeführt wurde. Unter anderem tauchte die Autorin selbst über zweieinhalb Jahre in die Paintball-Szene ein. Insbesondere die nüchternen Einschätzungen der Autorin, ob Paintball (Gotcha) ein paramilitärisches Kriegsspiel ist, sind lesenswert. Leider ist die Dissertation legal nur in einigen Universitätsbibliotheken sowie der Deutschen Nationalbibliothek einsehbar.

Im Paintball-Buch haben wir auch auf die Möglichkeit hingewiesen ein Spielfeld als Verein zu betreiben. Interessant in diesem Zusammenhang ist es insbesondere, den Verein als gemeinnützig anerkennen zu lassen, da dies erhebliche steuerliche Privilegien mit sich bringt.

Nun stellt die aktuellste Fassung des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung (AEAO) vom Bundesministerium der Finanzen ausdrücklich fest, dass Paintball kein Sport im Sinne des Gemeinnützigkeitsrechts ist. Als Begründung wird angeführt, dass ein wesentliches Element des Sports die körperliche Ertüchtigung sei, und gerade diese dem Paintball fehle. Interessanterweise wird im nachfolgenden Satz Schützenvereinen ausdrücklich die Gemeinnützigkeit zugesprochen. Den gesamten Erlass kann man sich unter diesem Link runterladen.

Suchen sie einfach in der PDF-Datei nach dem Begriff "Paintball".

In der Praxis bedeutet das nun folgendes: Durch den Anwendungserlass werden die Finanzämter angewiesen, diese Entscheidungen auch in vergleichbaren Fällen anzuwenden. Erlasse klären (finanzamtsinterne) Zweifels- und Anwendungsfragen und stellen die einheitliche Anwendung des Steuerrechts sicher. Betreiben sie nun ein Spielfeld als Verein und möchten sie die Gemeinnützigkeit feststellen lassen, wird das zuständige Finanzamt diese eventuell auf Grund des Anwendungserlasses versagen. Gegen diese Versagung (Verwaltungsakt) kann man sich jurstisch wehren (genauso wie man sich gegen eine versagte Baugenehmigung des Bauamtes wehren kann, wenn man ein Haus bauen möchte). Ob das in ihrem konkreten Fall sinnvoll ist, sollten sie unbedingt von einem Anwalt prüfen lassen. Die sich teilweise widersprechende Rechtsprechung zum Betreiben eines Spielfeldes im allgemeinen können sie im Paintball-Buch ab Seite 14 nachlesen.

Update: Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Urteil vom 19.02.2014, Az. 1 K 2423/11) ist der Auffassung, das Paintball nicht gemeinnützig im Sinne der Abgabenordnung (AO) anzusehen und deshalb auch nicht von der Körperschaftsteuer zu befreien ist.

Interessant ist auch ein Urteil des VG Lüneburg (Aktenzeichen 2 A 487/06). Klagegegenstand war die Baugenehmigung für eine Reball-Anlage. Zur Information für alle die es nicht wissen: Reballs sind wieder verwendbare Paintballs aus Kautschuk. Interessant sind die Ausführungen des Gerichts zu der Frage, ob das Bauvorhaben gegen die Menschenwürde verstoße. Das Gericht verneint diese Frage, und belegt seine Überzeugung mit umfassenden Quellenangaben aus der juristischen Literatur. Selten finden sich Urteile mit eine solchen Vielfalt an recherchierten Argumenten. Einfach dem obigen Link folgen und dem zweiten Teil der Entscheidungsgründe durchschmökern.
Update: Die unterlegenen Kommunen wollten sich mit der Niederlage nicht abfinden und klagten zur nächsthöhere Instanz. Doch auch das niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg konnte keinen Verstoß gegen die Menschen erkennen (Urteile vom 18.02.2010, Az.: 1 LC 244/07 und 1 LB 85/08).

Hier eine Ergänzung zum Kapitel Spielfeldbau. Ein Leser schrieb uns eine E-Mail mit der Frage, ob es eine Software gibt, mit deren Hilfe sich Spielfelder am PC planen bzw. entwerfen lassen. Und tatsächlich, es gibt ein kommerzielles Programm mit dem Namen Paintball Field Builder. Mit deren Hilfe lassen sich unter anderem SupAir Felder per Drag and Drop in 3D erstellen. Zum testen kann man sich eine kostenlose Version herunterladen, in der allerdings keine Paintballfelder abgespeichert oder geladen werden können. Die Vollversion kostet, wenn man den Dollar-Kurs bedenkt, moderate 29.99 Dollar, die Bezahlung erfolgt über PayPal. Die Homepage des Anbieters ist unter http://www.paintballfieldbuilder.com erreichbar.

Ein Besucher dieser Seite machte uns darauf aufmerksam, dass neben der Software zum erstellen von Paintballspielfeldern auch ein Multiplayer-Spiel namens "Paintball 2" existiert. Der Redaktion ist dieses Spiel bereits seit vielen Jahren bekannt, allerdings fand es im Buch auf Grund des fehlenden thematischen Bezuges keine Erwähnung. Das wollen wir an dieser Stelle nachholen: Paintball 2 ist ein quelloffener Ego-Shooter, der auf der Quake 2 Engine basiert. Ziel ist es natürlich, den Gegner mit der Farbmunition zu treffen, der dann ausscheiden muss. Insgesamt gibt es vier Spielvarianten: Capture the Flag, Deathmatch, Elimination und Siege. Es ist ein Mehrspielerspiel, kann also nicht alleine gespielt werden. Das Spiel existiert bereits seit 1998 und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Es ist Open-Source und somit kostenlos, und kann unter http://www.digitalpaint.planetquake.gamespy.com/ heruntergeladen werden.
Und natürlich nicht zu vergessen: Wer eine Konsole (PlayStation2+3, Nintendo Wii, Xbox 360) besitzt, sollte sich unbedingt Millennium Championship Paintball 2009 anschauen. Es bietet verschiedene Spielmodi (inklusive eines auf Woodsball basierenden Modus), offiziell lizenzierte Ausrüstung und authentische Spielfelder der Millennium European Paintball Series. Auch Online-Multiplayer-Kämpfe sind möglich, die auf Motion Capturing basierenden Bewegungsabläufe und die Ballistik sind sehr realistisch und sorgen für Spielspass.
Wer ansonsten noch etwas zum zocken sucht was mit Paintball zu tun hat sollte sich zum einen die (leider etwas lieblose) Call of Duty 4-Erweiterung Modern Paintball anschauen und zum anderen den Shooter Tag: The Power of Pain, der mit einem interessanten Spielansatz glänzt.
Ferner kann man das PS3-Spiel Little Big Planet um einen sog. Paintinator erweitern, welcher Bestandteil des Add-ons Metal Gear Solid Premium Pack ist.

Im Buch hatten wir an mehreren Stellen darauf hingewiesen, dass eine adäquate Paintballmaske das wichtigste Utensil eines jeden Spielers ist. Allen Warnungen zum Trotz passieren immer wieder unnötige Augenverletzungen. Wie schwerwiegend diese sein können, berichten jetzt US-Mediziner im American Journal of Ophthalmology. Die Bilanz ist erschreckend: Von 36 behandelten Patienten waren 18 Patienten auf dem behandelten Auge als Folge praktisch blind, 8 Patienten musste sogar der Augapfel entfernt werden. Insbesondere Anfängern und Gelegenheitsspielern geben wir deshalb auf diesem Wege noch einmal die wichtigste aller Sicherheitsregeln mit: Niemals ohne Maske aufs Feld und unter gar keinen Umständen während eines laufenden Spiels die Schutzmaske abziehen. Weder um kurz ein beschlagenes Visier zu reinigen noch aus irgendeinem anderen Grund!

Zwar ist aktuell das geplante Verbot von Paintball in Deutschland endlich vom Tisch, trotzdem ist eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag initiiert worden. Alle Infos finden sich hier.

Über interessante Neuigkeiten aus der Paintball-Welt, die in keinem direkten Zusammenhang zum Buch stehen, berichtet Daniel Maiberg in unregelmäßigen Abständen auch in seinem News-Blog!.

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